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Pflegeversicherung 2018

Inzwischen hat sich die Pflegeversicherung als 4. Säule unseres Sozialversicherungsystems etabliert. Allerdings sind die Leistungen der Pflegeversicherung gedeckelt. Leistungen werden nur nach Antragstellung und Prüfung gewährt. Bei Pflegebedürftigkeit muss deshalb zunächst ein formloser Antrag auf Einstufung nach dem Pflegeversicherungsgesetz gestellt werden. Die Pflegekasse nennt Ihnen dann einen Termin, an dem ein Gutachter den Umfang des Hilfebedarfs durch persönliche Begutachtung beurteilt. Circa 1-3 Wochen nach der Begutachtung erhalten Sie dann einen schriftlichen Bescheid  welche Pflegestufe zuerkannt wird. Wichtig: die Leistungsgewährung erfolgt rückwirkend ab Antragstellung und nicht etwa erst ab dem Termin der Begutachtung oder des Bescheides!

 

Pflegebegutachtung und Pflegegrade

Nach welchen Kriterien die Gutachter vorgehen, können Sie unter:    

https://www.pflegebegutachtung.de/  nachlesen. Für eine erste Einschätzung Ihrer Pflegebedürftigkeit und dem möglichen Pflegegrad, können Sie mit einem sog. Pflegeradrechner Schritt für Schritt die einzelnen Begutachtungskriterien durcharbeiten. Neben den Pflegekassen bieten zahlreiche Unternehmen und Dienstleister solche Rechner kostenlos auf Ihren Webseiten an. So z.B. https://www.steuertipps.de/service/rechner/pflegegradrechner#steps/1

 

Pflegesachleistungen und Pflegegeld in der häuslichen Pflege

Bei häuslicher Pflege werden die Sach- und Geldleistungen in der Pflegeversicherung nach dem Grad der Pflegebedürftigkeit gestaffelt. Sachleistungen und Pflegegeld können auch kombiniert in Anspruch genommen werden. Sachleistungen können nur durch einen zugelassenen Pflegedienst mit Versorgungsvertrag abgerechnet werden.
Diese Pflegedienste können dann auch die sog. 24 Stunden Pflege mit den Pflegesachleistungen verrechnen.


Die Sachleistungen zur Pflege umfassen einen Gesamtwert bis zu:

  • in Pflegegrad 0          --   
  • in Pflegegrad 1       125,00 Euro mtl. Entlastungsbetrag
  • in Pflegegrad 2       689,00 Euro mtl.  
  • in Pflegegrad 3    1.298,00 Euro mtl.
  • in Pflegegrad 4    1.612,00 Euro mtl.
  • in Pflegegrad 5    1.995,00 Euro mtl.

     

   

Das Pflegegeld, das anstelle der Sachleistungen gezahlt werden kann, beträgt:

  • in Pflegegrad 2       244,00 Euro mtl.
  • in Pflegegrad 3       545,00 Euro mtl.
  • in Pflegegrad 4       728,00 Euro mtl.
  • in Pflegegrad 5       901,00 Euro mtl.

Pflegegeldbezieher müssen in den Pflegegraden 2 und 3 halbjährlich und in den Pflegegraden 4 und 5 vierteljährlich einen sog. Beratungsbesuch bei einem zugelassenen Pflegedienst abrufen. Dieser wird für die Pflegekasse dokumentiert. Es ist wichtig dieses Angebot der Pflegekasse anzunehmen, da sonst das Pflegegeld gekürzt oder entzogen werden kann.

 

Zusätzlich erhalten Menschen mit den Pflegegraden 1-5 den sog. Entlastungsbetrag von 125,00 Euro monatlich. Dieser wird bei Sachleistung und Pflegegeld gewährt. Allerdings ist der Entlastungsbetrag zweckgebunden und kann für:

  • Angebote zur Unterstützung im Alltag (nach Landesrecht)
  • Tages-, Nacht- oder Kurzzeitpflege
  • Pflegesachleistung ambulanter Pflegedienste

eingesetzt werden.

In der privaten Pflegeversicherung tritt an die Stelle der Sachleistung eine Kostenerstattung, die der Höhe nach den Leistungen der sozialen Pflegeversicherung entspricht.

Seit dem 01.01.2016 erhalten Versicherte außerdem unter bestimmten Voraussetungen Kurzzeitpflege ohne Pflegegrad. Die sog. Übergangspflege. Eine Leistung der Krankenkasse.
 

Der von Ihnen gewählte Pflegedienst sollte Sie in allen Fragen zum Einstufungsverfahren beratend unterstützen und gegebenenfalls beim Begutachtungstermin anwesend sein. Schließlich sollte er als zugelassener Pflegedienst, die Pflegesachleistung mit der Pflegekasse auch bei einer Rund um die Uhr Pflege abrechnen können.

 

Wohnumfeldverbessernde Maßnahmen und Pflegehilfsmittel


Die Pflegeversicherung und Umbaumaßnahmen an Haus oder Wohnung.
Manchmal ist es Notwendig bauliche Veränderungen im Wohnbereich des Pflegebedürftigen durchzuführen.
Für Maßnahmen die der Verbesserung des individuellen Wohnumfeldes des Pflegeversicherten dienen und so eine selbständige Lebensführung ermöglichen, bekommen Pflegeversicherte einen Zuschuss. Die Wohnraumanpassung soll die häusliche Pflege erleichtern oder überhaupt erst ermöglichen. Ziel ist es, eine möglichst eigenständige Lebensführung des Pflegebedürftigen zu ermöglichen, zu erhalten oder wieder herzustellen und/oder eine Überforderung der Pflegepersonen zu verhindern.
Häufige Umbaumaßnahmen sind z.B.: Ein-und Umbau von Mobilar, Türverbreiterungen, Entfernen von Türschwellen oder Rampen, Installationen von Wasseranschlüssen, Badumbauten    (Dusche statt Badewanne), Einbau von Treppenliften etc.. 

Für diese Umbaumaßnahmen werden auf Antrag bei der Pflegekasse Zuschüsse von bis zu 4.000,00 Euro je Maßnahme gewährt.   Diese Zuschüsse werden unabhängig vom Einkommen gewährt. Die Pflegekassen haben dazu Empfehlungen zu den Maßnahmen zur Verbesserung des individuellen Wohnumfeldes erlassen. Bei mehreren zusammen wohnenden Anspruchsberechtigten erhöhte sich  die Leistung auf bis zu 16.000 Euro.

Bitte beachten Sie : Vor Beginn einer Umbaumaßnahme mit der Pflegekasse sprechen und erst die Bewilligung Ihrer Anträge abwarten!

 

Pflegehilfsmittel bezuschusst die Pflegekasse nach Bedarf und Genehmigung (bis zu 40 Euro monatlich). Unter Pflegehilfsmittel werden u.a. Geräte und Sachmittel verstanden, die für die häusliche Pflege notwendig sind.

 

Verhinderungspflege

Nach sechsmonatiger Pflege in der häuslichen Umgebung erhalten Sie die sog Verhinderungspflege. Die Aufwendungen für eine Ersatzperson oder einen Pflegedienst bezuschußt die Pflegekasse mit bis zu 1.612,00 Euro im Jahr. Dieser Betrag kann mit noch nicht in Anspruch genommenen Mitteln der Kurzzeitpflege ( 806,00 Euro) aufgestockt werden. Also stehen Ihnen im Jahr im günstigsten Fall 2.418,00 Euro zur Verfügung.

 

 

Mehr Informationen zur Pflegeversicherung können Sie unter https://www.bundesgesundheitsministerium.de/themen/pflege/online-ratgeber-pflege/leistungen-der-pflegeversicherung.html einsehen.

 

 

 

Aktualisiert am 11.01.2018

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